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Wege aus der Sucht


 

Das Thema Sucht  kann jeden von uns treffen. Und Süchte gibt es unendlich viele. Da geht es um Alkohol- und um Co-Abhängigkeit, um Drogenprobleme, um Arbeits- oder Kaufzwang, aber auch pathologisches Glücksspiel, und andere - die Liste ließe sich fast unendlich fortsetzen.

Der Genuss von alkoholischen Getränken ist in unserer Gesellschaft anerkannter Bestandteil des Alltags geworden, gehört vielfach zum "guten Ton". Mittlerweile regt kaum noch jemanden auf, daß viele Jugendliche Haschisch und andere Drogen "probieren". Trotz enormer Bemühungen der Bundesregierung raucht weiterhin ein Großteil der Bevölkerung. Und das Einstiegsalter beginnt immer früher. Niemand kann sich vor dem Thema verstecken oder weglaufen. Es ist also keine Schande, wenn jemand abhängig wird, die Gelegenheiten hierzu sind vielfältig und bunt. Die Medien tun ihr Übriges dazu, das Problem zu verharmlosen.

Wer abhängig ist, braucht dringend Hilfe. Diese können manchmal die Angehörigen bieten, aber auch sie sind oft ratlos und benötigen selbst Unterstützung. Mitbetroffen sind dabei leider viel zu oft die Kinder und jugendlichen Heranwachsenden in den Familien der/des Suchtkranken.

Je früher der Betroffene diese notwendige Hilfe und Unterstützung erhält, desto größer sind auch die Chancen, das Problem wirklich zu lösen - vom Suchtmittel ganz wegzukommen oder einen verantwortungsbewußten Umgang damit zu erlernen.

 

Das Wort "Sucht" kommt nicht von "suchen", sondern es leitet sich ab von "siech",  d. h.
krank. "Sucht" und "Abhängigkeit" haben im heutigen Sprachgebrauch nahezu die
gleiche Bedeutung. Da Sucht in der Vergangenheit mit vielen negativen Bewertungen
verbunden war, hat die Weltgesundheitsorganisation offiziell in ihren Schriften das Wort
"Sucht" durch "Abhängigkeit" ersetzt.
Ralf Schneider "Die Suchtfibel" 2001

 

Der Begriff "suchtkrank" trifft nicht nur auf den im allgemeinen Sprachgebrauch oft verwendeten "Suffkopp" oder "Säufer", mithin den arbeitslosen, vor der Kaufhalle oder der Tankstelle um die Ecke herumlungernden Mann mit der Bierflasche in der Hand, zu. "Suchtkrank" kennt in unserer Gesellschaft keine Grenzen mehr - vom einfachen Produktionsarbeiter über die gewollte oder ungewollte "Hausfrau", in der Ausbildung stehende Jugendliche, Migranten und Ausländer, bis hin zu hochdotierten Wirtschaftsmanagern, Politikern und Staatsbediensteten sind heute alle Bevölkerungsschichten betroffen. 

Beim Weg aus diesem Teufelskreis heraus geht es nicht nur darum, dem eigentlich von der Suchtkrankheit Betroffenen zu helfen und ihn dabei zu unterstützen. Über Entzugsbehandlung und die darauf erfolgende Entwöhnung in einer speziellen Suchtklinik hinaus ist es oftmals dringend erforderlich, weitere Schritte zu unternehmen, um dem Abhängigen auf Dauer eine abstinentes Leben und einen normalen Alltag zu ermöglichen. Dieser Weg - oftmals genau so lang und schmerzlich wie die eigentliche "Suchtkarriere" - sollte eigentlich alle Beteiligten einschließen. Denn auch die Partner, die Kinder, Familienangehörigen und Freunde des Kranken müssen wieder lernen, sich auf die veränderte Situation einzustellen: das der Betroffene auf einmal "wieder da" ist, Aufgaben und Verantwortung in der Familie und im Berufsleben übernehmen kann und will.

 

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