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Abhängig oder süchtig sein - was heisst das eigentlich?



Hinter einer Abhängigkeit steht psychologisch immer eine stellvertretende Suche nach Beziehung, Liebe, Glück, Kontakt, Lust, Zufriedenheit etc., die natürlich auf diesem Weg erfolglos bleibt. Im Wesentlichen handelt es sich um eine Ersatzhandlung, bei der die geistige und emotionale Energie auf die Auseinandersetzung mit dem Suchtmittel gerichtet ist.

So wird oft die Notwendigkeit menschlicher Kontakte und auch die Anforderungen des Alltags missachtet. Dabei ist es egal, ob die Abhängigkeit stofflich (Alkohol, Nikotin, Essen, etc.) oder nichtstofflich (Arbeit, Glücksspiel, Chatten etc.), oder austauschbar ist. Das ist auch unabhängig davon, ob eine körperliche Abhängigkeit besteht oder nicht. Körperliche Abhängigkeit (z. B. bei Alkohol, Heroin oder Nikotin) erschwert eine Therapie zusätzlich. [1]


(Siehe dazu auch die Buttons am rechten Seitenrand. Hier findest du nähere Beschreibungen ausgewählter Suchtformen und Hinweise auf weitere Informationsmöglichkeiten.)



Als Sucht bezeichnet man im Allgemeinen das Verlangen nach einer bestimmten Handlung, was nicht zwingend die Einnahme einer Substanz sein muss. Gründe für die Entwicklung einer Sucht gibt es viele.

Im Allgemeinen sind Personen mit psychischen Problemen und sozialen Kontaktschwierigkeiten besonders anfällig für Suchterscheinungen. In erster Linie gibt es dafür zwei Ursachen: Zum einen können viele - vor allem sedierende - Substanzen zu einer vorübergehenden innerlichen Lösung und Milderung von Depressionen führen, was die Bildung einer klassischen psychischen Abhängigkeit begünstigt. Zum anderen ist nicht zu vergessen, dass eine Sucht auch eine gewisse Sicherheit gibt und somit unbewusst erwünscht sein kann. In diesem Fall spricht man von einer "Sucht nach der Sucht".

Suchterscheinungen können also für den Betroffenen auch - subjektiv bzw. unterbewusst - positive Aspekte aufweisen. Oft ist es auch Gruppenzwang, der zur Bildung einer "sozialen Abhängigkeit" führt. Dabei ist der Begriff Abhängigkeit auch als direkte Abhängigkeit zu verstehen, da immer wieder soziale Kontakte allein auf die Einnahme verschiedener illegaler Substanzen zurückzuführen sind. Gerade Menschen, die sonst gewisse Kontaktprobleme haben, können durch das gemeinsame Problem der Beschaffung und alle weiteren Dinge, die mit der Illegalität und der Einnahme verschiedener Drogen zusammenhängen, plötzlich ein vermeintlich loyales Umfeld gewinnen. Dass es sich dabei um Zweck-freundschaften handelt, wird meist verdrängt, so dass sich die betreffenden Personen - bewusst oder unbewusst - in eine Sucht steigern, die mitunter gar nicht in dem Ausmaß vorhanden ist, wie es den Anschein macht.

Psychische (seelische) Abhängigkeit

Bezogen auf Drogen handelt es sich spätestens dann um eine psychische Abhängigkeit, wenn sich der Betroffene nur mehr nach der Einnahme einer bestimmten Substanz wohl fühlen kann. Eine besonders hohe Gefahr, psychisch abhängig zu werden, besteht bei allen Drogen, die positiv in den Gemütszustand eingreifen. Die anfangs verbesserte Stimmung wird zunehmend zum Normalzustand, und beim Nachlassen der Wirkung bleiben Depressionen und Ängste zurück, die durch eine neuerliche Einnahme wieder verschwinden.
Eine wichtige Komponente bei der psychischen Sucht ist das Wissen des Konsumenten, dass seine schlechte psychische Verfassung direkt auf das Nachlassen der Wirkung der von ihm eingenommenen Droge zurückzuführen ist. Erfahrungen mit dem medizinischen Einsatz von Morphin haben gezeigt, dass sich das Absetzen nach einer reinen Schmerzbehandlung um ein Vielfaches leichter gestaltet als der Entzug nach rein hedonistischer Einnahme.

Physische (körperliche) Abhängigkeit

Eine physische bzw. körperliche Abhängigkeit liegt vor, wenn beim Absetzen einer Substanz körperliche Entzugserscheinung auftreten. Diese können vor allem Schwitzen, verschiedenste Schmerzen und Krämpfe sein. Grund für das Auftreten dieser Entzugserscheinungen sind körperliche Veränderungen, die bei wiederholter Einnahme verschiedener Substanzen eintreten können. Dabei lernt der Körper durch gewisse Gegenregulationsmechanismen mit der Intoxikation umzugehen. Folge ist, dass der Rausch immer mehr zum Normalzustand wird und beim Absetzten gewisse Empfindungen, die durch die Droge auf neurochemischem Weg unterdrückt werden, wie Schmerz oder Angst, vermehrt empfunden werden. [2]
 

Quellenverzeichnis:
[1] www.wikipedia.de
[2] www.thema-drogen.net - Thema Drogen




Substanzgebundene Süchte
Nichtsubstanzbezogene Süchte
Sonstige Suchtformen
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