Im Allgemeinen unterscheidet man heute bei der Beurteilung des Krankheitsbildes zwischen abhängigem und süchtigem Verhalten; die Unterschiede sollen die beiden nachfolgenden Definitionen deutlicher machen.
Abhängigkeit
Abhängigkeit ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Formen des Missbrauchs von Drogen, Medikamenten oder anderen chemischen Substanzen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Abhängigkeit als einen seelischen, eventuell auch körperlichen Zustand, der dadurch charakterisiert ist, dass ein dringendes Verlangen oder unbezwingbares Bedürfnis besteht, sich die entsprechende Substanz fortgesetzt und periodisch zuzuführen. Durch zunehmende Gewöhnung (Abstumpfung) besteht die Tendenz, die Dosis zu steigern.
Einer Abhängigkeit liegt der Drang zugrunde, die psychischen Wirkungen der Substanz zu erfahren, manchmal auch das Bedürfnis, unangenehme Auswirkungen ihres Fehlens (Entzugserscheinungen wie Unruhe, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Angstzustände, Schweißausbrüche) zu vermeiden.
Je nach Grad der psychischen und körperlichen Abhängigkeit definiert die WHO verschiedene Abhängigkeitstypen. Typische Abhängigkeiten sind Alkoholabhängigkeit (Alkoholkrankheit), Medikamenten-, Nikotin- und Drogenabhängigkeit (Drogensucht).
Abhängigkeit wird heute als Krankheit angesehen und mit therapeutisch begleitetem, meist klinischem Entzug behandelt. Vor allem umgangssprachlich bestehen fließende Übergänge zwischen der Gewohnheit (dem nicht zwingenden Wunsch nach Einnahme), der Abhängigkeit und der Sucht, bei der besonders die körperlichen Entzugserscheinungen betont werden.
(Quelle: www.wissen.de)
Sucht
Sucht ist definiert als krankhaftes Verlangen nach einem Rauschmittel (Drogen), verbunden mit einer seelischen und körperlichen Abhängigkeit von dem Suchtmittel und einer zunehmenden Abstumpfung (Gewöhnung) gegen seine Wirkung, so dass allmählich immer höhere Dosen des Suchtmittels zur beabsichtigten Rauschwirkung benötigt werden.
Bei der Entstehung der Sucht wirken seelische Faktoren (Labilität, Haltlosigkeit, Willensschwäche), körperliche Vorgänge ("Einbau" der Suchtmittel in das Stoffwechselgeschehen) und die Eigenart des jeweiligen Suchtmittels zusammen. Direkte bzw. indirekte Suchtfolgen sind seelische Schädigungen, körperlicher Verfall, nachlassende Leistungs- und Widerstandskräfte, u.U. auch Delinquenz und Abbau sozialer Verhaltensweisen, Behandlung durch Entziehungskur und Psychotherapie.
(Quelle: www.wissen.de)
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