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2014

 

Gesamttreffen für Ansprechpartner von Sucht-selbsthilfegruppen am 5. Februar 2014 im Klinikum Wiesen

Zum jährlichen Gesamttreffen kamen wieder zahlreiche Vertreter der Selbsthilfegruppen zum Erfahrungsaustausch. Chefarzt Dr. Leistner begrüßte die Teilnehmer und stellte zunächst den neuen Geschäftsführer des Klinikums, Herrn Rupp, vor. Er bot an, weiterhin in die Selbsthilfegruppen zu kommen, um über Probleme „vor Ort" zu sprechen. Eine Terminvereinbarung ist über das Sekretariat möglich.

Ab 2017 soll ein neues Entgeltsystem für psychiatrische Krankenhäuser eingeführt werden. Dadurch verkürzt sich die Aufenthaltszeit der Patienten, die notwendige Hilfe kann nicht gewährleistet werden. Eine Petition wurde gestartet, damit dies nicht umgesetzt wird. Dr. Leister legt Wert darauf, dass viele Leute diese Petition mit zeichnen.
Auch gibt es neue Medikamente, ähnlich Campral, die die Trinkmenge von Alkoholikern steuern sollen. Ausreichende Studien darüber gibt es noch nicht. Für uns undenkbar und wir sollten skeptisch sein, wenn diese empfohlen werden.
Dieses Thema gab Anlass zur Diskussion. Nach der Entgiftung die ambulante Suchthilfe und eine Selbsthilfegruppe aufsuchen bringt die beste Abstinenzerleichterung. Es gibt ein Leben mit und nach der Sucht. Die SHG ist zum Zuhören, Reden, Hilfe anbieten und Begleiten da.

Wie können wir helfen bei „neuen, anderen" Süchten? Unsere Aufgabe ist es, herauszufinden, was hinter dem Mensch und dessen Sucht steckt. Es geht nicht in erster Linie um das Suchtmittel.
Mediensucht erkennt man durch Vernachlässigung von Dingen, Pflichten, mitmenschlichen Beziehungen und einer Dosissteigerung, ähnlich wie bei allen anderen Süchten.

Sollten sich „Spielsüchtige" über das Internet Hilfe suchen? Hier gingen die Meinungen auseinander. Sicherlich können Medien den Denkprozess anregen aber nichts geht über telefonische oder persönliche Kontakte, wo ein Mensch zum reden da ist.
Ab 2015 wird die PC-Sucht als Krankheit anerkannt.

Wenn die Hemmschwelle niedrig und der Leidensdruck groß ist, ist die Bereitschaft, eine Selbsthilfegruppe zu besuchen, groß. Dabei hält sich die eigene Motivation und Fremdmotivation (Familie, Arbeitgeber ...) in etwa die Waage. Die eigene Motivation kann sich aber zum positiven verändern.
Über „gemischte" Gruppen gibt es unterschiedliche Erfahrungen. Wir sollten jedem Süchtigen Hilfe anbieten, aber nicht aufdrängen. Es muss passen, er soll sich wohlfühlen.

Zum Schluss der Diskussionsrunde wurde noch auf die Angehörigenseminare und das nächste Ehemaligentreffen am 12.April hingewiesen.


Die Droge Crystal

Am 24. April 2014 fand der 2. Fachtag „Die Droge Crystal" im Landratsamt Werdau statt.
Veranstalter waren das Jugendamt Landkreis Zwickau, die Fachstelle für Suchtprävention in Chemnitz, der Jugendring Westsachsen e. V. sowie die Jugendsozialarbeit der Stadt Meerane.

Dr. Kaanen, Chefarzt der Reha-Klinik in Wiesen, machte deutlich, dass der Bedarf an Informationen durch die erhebliche Brisanz, die die Droge Crystal mit sich bringt, sehr groß ist. Da sich die Behandlung schwierig gestaltet, ist Prävention umso wichtiger. Dabei handelt es sich keineswegs um eine „neue" Droge. 1896 wurde sie erstmals synthetisiert und war als „Pervitin" bekannt.

Die Wirkung muss man sich so vorstellen, dass sich der Körper in einem Zustand befindet, der ohne die Droge eine lebensbedrohliche Situation darstellen würde. Dopamin wird freigesetzt, ein anregendes Hormon, das Signale zwischen Neuronen weiterleitet statt sie zu hemmen. Es steuert so emotionale sowie geistige Reaktionen. Hunger, Durst, Müdigkeit wird nicht gespürt. Später kommt es zu Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Denkstörungen durch vermeintliche Fehlinformationen und Aggressivität.

Die Beschaffung ist relativ einfach (Nähe zu Tschechien). Um mehr Gewinne zu erzielen, wird u. a. Rohrreiniger beigemischt. Vermehrt kommt es zum Anstieg von Krankheiten, wie Hepatitis und AIDS. Bei etwa 60 Prozent der Konsumenten kommt es nach dem ersten „Probieren" schon zu einer psychischen Abhängigkeit.

Betroffen machte, dass ein 16jähriger durch Überreden in der Gruppe daran gestorben ist. Die Körpertemperatur steigt auf über 38 Grad an und es kommt zum bedrohlichen Flüssigkeits-mangel – der Betroffene merkt es aber nicht.
Der Entzug kann zwei Tage bis zwei Wochen dauern und wirkt sich aus in Unruhe, Angst, Depressionen sowie viel Essen und Schlafen. Die Entwöhnungs-Behandlung dauert sechs Monate bis ein Jahr. Langfristige Folgen sind Leistungsverminderung und Persönlichkeitsabwandlung. Es wäre gut, wenn alle den Mut hätten, Crystal-Konsumenten anzusprechen, ehe es zum körperlichen und geistigen Verfall kommt. Bedenklich: Amphetamine (Crystal) in der Schwangerschaft! Die Mädchen denken oftmals nicht an Verhütung, und das Resultat sind kranke Kinder, die u. a. zu 95 Prozent an ADHS leiden.
Nach diesem sehr aufschlussreichen Vortrag konnten die Teilnehmer Fragen an Dr. Kaanen stellen.

Als nächstes kam Enrico Busch, Streetworker und Jugendsozialarbeiter aus Meerane, zu Wort. Er hat sehr viel mit Drogen-Konsumenten zu tun und berichtete über seine Arbeitsaufgaben. Sucht ist ein Thema bei vielen Jugendlichen. Neue Lebensmodelle müssen geschaffen werde. Es gibt die alte (Drogen) und die neue Welt (clean). Es gibt die alten und die neuen Freunde und es ist schwierig, geeignete Motivationsansätze zu schaffen. Auf CD konnten wir mithören, wie Abhängige Crystal Meth beschreiben. Ganz schön abschreckend.

In der 1. Phase sind die meist Jugendlichen noch „drauf" – hier geht es um Therapieeinsicht, auch ein „Zwang" z. B. durch Ämter kann helfen. In der 2. Phase muss klar gemacht werden, dass der Betroffene den ersten Schritt selbst tun muss und dazu motiviert wird. Toleranz und Ehrlichkeit sind wichtig, Termine sollten eingehalten werden (nicht einfach). Rechtliche Grundlagen und die Wohnungsfrage müssen geklärt werden. Die 3. Phase ist die schwierigste. Nach der Therapie dauert alles zu lange (sinnvolle Beschäftigung u. v. m.). Hier muss die Sozialarbeit wirken. In Meerane wird ein gemeinsames Frühstück (ohne Handy!) angeboten. Ein guter Start in den Tag und jederzeit Ansprechpartner sollen das „neue" Leben einfacher machen.
Ein ehemaliger Crystal-Abhängiger, seit einem Jahr „clean", erzählte über sich. Er hat erst in einem halben Jahr einen Ausbildungsplatz. Um diese Zeit zu überbrücken, hilft er im „Open House" in Meerane, dem Treffpunkt der Streetworker.
Man muss sich vorstellen, dass das „Suchtgedächtnis" eines „trockenen" Crystal-Abhängigen stets präsent ist.

Bei einem Alkoholiker verblasst mit der Zeit der unwiderstehliche Drang nach der Droge und der Weg in ein normales Leben ist, wenn man es wirklich will, einfacher. Keineswegs soll diese Krankheit verharmlost werden. Nach wie vor ist Alkohol die Droge Nr. 1 in Deutschland. Es sollen nur die unterschiedlichen Wesensprägungen verdeutlicht werden.

In der anschließenden Pause kam es zu vielen interessanten Gesprächen. Ein Lob an dieser Stelle den Jugendlichen vom FAB in Crimmitschau und den Mitarbeitern des Jugendklub „Alte Feuerwehr" Crimmitschau, die sich freundlich und engagiert um das leibliche Wohl der Teilnehmer kümmerten.

„Crystal und Familie" war das Thema der Caritas-Beratungsstelle Zwickau. Herr Wetzel und sein Team berichteten über ihre Erfahrungen und Lösungsansätze bei Crystal-Konsumenten.
Die Probleme beginnen schon bei der Kontaktaufnahme und beim Beziehungsaufbau. Dabei ist auf das Verhalten des „Klienten" zu achten und es sollte nichts persönlich genommen werden. Er erzählte, wie die unter Crystal stehenden Konsumenten so drauf sind. Alles, was sonst bei Sucht-Patienten hilft, kann man dabei vergessen. Es ist schon gut, wenn von drei Terminen einer wahr genommen wird. Trotzdem ist nichts unmöglich. Viele Projekte laufen bei der Caritas, um den Weg zurück ins Leben zu finden.

So gibt es das So(sozial)Fa(familie)SU(sucht), dabei werden Crystal-konsumierende Eltern und ihre minderjährigen Kindern betreut.
Manche brauchen die Droge nur in geringer Menge, um das Arbeitspensum zu schaffen. Wenn keine offensichtlichen Anzeichen des Konsums bestehen, wird eine ambulante Therapie angeboten. Auch das kann helfen, von der Droge loszukommen.

Nach der Therapie kann die Clean-Gruppe besucht werden. Dies ist keine klassische Selbsthilfegruppe und sie muss therapeutisch begleitet werden. Wie sie funktioniert, erklärte Herr Meuche. Er ist auch verantwortlich für das Rap-Projekt – eine Biographiearbeit von Betroffenen. Der Song „Leb´ dein Leben", der dabei entstand, ist auf der Homepage der Caritas anzuhören und beschreibt die Gefühle von ehemals Abhängigen. Eine junge Frau, die daran mitwirkte, beantwortete in der folgenden Pause Fragen und sprach aus ihrer Sicht über das Leben mit Crystal und wie schwer der Ausstieg war.

BLITZLICHTER zum Thema Crystal gaben verschiedene Mitarbeiter der Jugendsozialarbeit, die täglich mit dem Thema konfrontiert werden. Sehr emotional machten sie darauf aufmerksam, was in unserer Gesellschaft falsch läuft und warum zur Droge gegriffen wird. Dabei sind alle Schichten betroffen. Verschiedene Puzzleteile spielen dabei eine Rolle und wenn eins fehlt, gerät die heile Welt aus den Fugen. Sie kritisierten, dass niemand aus der Politik an der Veranstaltung teilnahm, obwohl Jugendarbeit ein gesamtgesellschaftliches Anliegen sein sollte. Der schwarze Peter wird hin und her geschoben. Verbotenes austesten hatte schon immer seinen Reiz - doch um welchen Preis? Prävention geht alle an und keiner sollte wegschauen.

Möglichkeiten und Grenzen der Prävention – darüber sprach Frau Bunzel von der Fachstelle für Suchtprävention in Chemnitz. Präventionsarbeit ist bedarfs- und zielgruppenorientierte Beziehungsarbeit, die bestärkend und glaubwürdig ist. Förderung von Gesundheits- und Lebenskompetenzen bilden die Basis. Erschreckend: Keine Schule ist drogenfrei, mindestens ein Lehrer ist alkoholkrank. Konsum ist nicht gleichzusetzen mit Sucht. Und hinter jedem Konsumenten steht ein Mensch, dem mit Respekt begegnet werden muss.

Neue Angebote für Crystal-Konsumenten müssen entwickelt werden. Was wir brauchen ist die Kooperation zwischen Jugend- und Suchthilfe. Wünschen wir, dass uns dies gelingt.


Kindertag 2014

(1. Juni 2014) Wie jedes Jahr waren Mitglieder unseres Vereins bei der Gestaltung des Kindertages mit dabei. Organisiert wurde dieser vom Spielhaus, einer Einrichtung im Herzen der Stadt.

Wir waren schon zeitig mit vor Ort, viel musste aufgebaut werden. Bei herrlichem Sonnenschein an einem Sonntag hatten wir alle Hände voll zu tun.

Die ganze Hauptstraße in Zwickau verwandelte sich in eine bunte Kindermeile, liebevoll dekoriert mit unzähligen bunten Luftballons. Viele Stände waren zu betreuen, überall wurde zum Mitmachen animiert, unter anderem Torwandschießen, Basketball, Zielwerfen, Sackhüpfen und vieles andere mehr. Fragen rund um das Thema „Fußball" galt es zu beantworten. Wer alle Stationen absolviert hatte, konnte mit etwas Glück einen Preis gewinnen.
Kinderschminken, Basteln in vielfältigster Form und unterschiedliche Spiele wurden ebenfalls angeboten.Imbiss und Getränke gab es an der Bar des Jugendklubs City-Point.
Es ging hoch her an den einzelnen Stationen. Die Kinder wurden nicht ungeduldig und mussten auch mal Wartezeiten in Kauf nehmen, so riesig war der Andrang.

Die Macher des Kindertages 2014 waren voll zufrieden und begeistert über die große Resonanz.Die Zeit verging wie im Fluge und die Kinder hatten einen wunderschönen Tag.


Selbsthilfetag am 4. Juni 2014

Der diesjährige Selbsthilfetag stand unter dem Motto „Lebensqualität im Alter – auch bei Demenz".Von 10.00 bis 15.00 Uhr gab es verschiedene Vorträge, wie pflegende Angehörige mit der für sie anstrengenden Situation umgehen können, aber auch wo sie Hilfe und Beratung finden.Im Bürgersaal des Rathauses fand die Hauptveranstaltung statt.Vertreter von Selbsthilfegruppen, Pflegediensten und Krankenkassen hatten ihre Stände im Foyer aufgebaut und standen den Gästen Rede und Antwort.Auch unser SSHG Zwickau e. V. war mit einem Stand dabei. Mitglieder des Vereins gaben Auskunft zur Alkoholsucht und erzählten, wie wichtig ihnen die Selbsthilfe geworden ist. Es kam zu Gesprächen mit den Betreuern der Stände. Die Ansprechpartnerin des DPFA-Bildungszentrums für Gesundheit und Soziales in Zwickau zeigte Interesse für Selbsthilfe (was ist das eigentlich?) und auch für die Suchtkrankheit. Gerne würde sie uns für einen Vortrag gewinnen, was wir natürlich annehmen.

Sucht ist in jedem Alter und in jeder Gesellschaftsschicht ein Thema. Gerade im Alter, wenn familiäre und soziale Kontakte abbrechen und sich das Pflegepersonal keine Zeit zum Zuhören nehmen kann, passiert es durchaus, dass diese Leute in die Alkoholsucht abrutschen.

Eine Mutti, deren Tochter Crystal konsumiert, sprach lange mit uns. Es ist so traurig, mit ansehen zu müssen, wie das junge Leben zerstört wird. Kein Herankommen, keine Abstinenzeinsicht, Hassliebe zum Freund – die Droge bestimmt alles. Man will helfen – aber wie?

Jugendliche, die eine Ausbildung in der Pflege machen, kamen auch an unseren Stand und informierten sich. Sie konnten unsere „Rauschbrillen", die das Gefühl von 0,8 bzw. 1,3 Promille vermitteln, ausprobieren.

Es war ein abwechslungsreicher Tag. Durch die enge Zusammenarbeit mit der KISS kannten wir viele Leute und lernten neue kennen. Die neue Vereinsvorsitzende vom Verein „Gesundheit für alle" stellte sich bei uns vor. Sie zeigte Interesse für unsere Arbeit. Die (Alkohol)-Sucht wird in unserer Gesellschaft (leider!) immer ein Thema bleiben.


Treffen mit unseren Adorfern

Am 21. Juni 2014 war es wieder soweit: Unsere befreundete Adorfer Selbsthilfegruppe besuchte die Gruppe Dienstag 1 in Zwickau.

Zum GAD-Treffen 2002 knüpften Mitglieder beider Gruppen erste Kontakte und es kam zur Idee, dass man sich ja auch gegenseitig besuchen kann. Es wurde zu einer schönen Tradition. Anfangs trafen wir uns noch zweimal jährlich und es gab immer ein Rahmenprogramm.

Viel haben wir schon gemeinsam erlebt. Ich erinnere mich noch genau an das erste Treffen: Wir fuhren mit der Vogtlandbahn nach Adorf und wurden ganz herzlich begrüßt. Der Funke sprang sofort über, es hat gepasst. Nach und nach lernten wir uns immer besser kennen. Die Gruppensprecher hielten telefonisch Kontakt. So waren wir immer auf dem Laufenden, was es in den Gruppen neues gibt.

Ganz besonders herzlich waren natürlich unsere Besuche. Alle gaben sich viel Mühe, damit der Tag in guter Erinnerung bleibt. Automobilmuseum Zwickau, Miniwelt Lichtenstein, Tierpark Hirschfeld, Schloss Waldenburg, Schloss Blankenhain, Bauernmuseum Landwüst, das Sooser Moor, Porzellanmuseum Selb, Schloss Seeberg und die neue Skisprungschanze in Klingenthal sind nur einige Stationen, die wir gemeinsam gesehen haben. In gemütlicher Runde beisammen sitzen, Kaffee trinken und grillen, reden und lachen gehören ebenfalls dazu.

Wir haben uns letztes Jahr dazu entschlossen, die Treffen auf den gemütlichen Teil zu reduzieren. Es gibt viel zu erzählen, wir werden alle nicht jünger und letztendlich sind die Museumsbesuche auch eine Kostenfrage. Kurze Spaziergänge sind ja trotzdem drin.

Schade, dass der langjährige Gruppensprecher der Adorfer gesundheitsbedingt nicht mit dabei war. Trotzdem war es ein sehr schöner Tag, den wir gemeinsam verlebt haben. Wir möchten diese Freundschaft nicht mehr missen und freuen uns schon auf nächstes Jahr bzw. auf ein Wiedersehen bei Veranstaltungen der sächsischen Suchtselbsthilfe.


Weiterbildungsseminar des SSHG Zwickau e.V. vom 04. bis 06. Juli 2014 in Dresden

Das Thema unserer diesjährigen Weiterbildungsveranstaltung für Gruppenleiter und aktive Mitglieder des Vereins lautete „Sucht als Volkskrankheit in unserer Gesellschaft heute und morgen".

Unser Vorstand hat sich im Vorfeld viel Mühe gegeben, dass die Veranstaltung zu einem Höhepunkt in unserem Vereinsleben wird.

Der 2. Vorsitzende Frank Röder begrüßte am Freitagnachmittag die eingeladenen Vereinsmitglieder. Neben der Schulung soll diese Veranstaltung auch ein Dankeschön sein, denn die Gruppen und Organisatoren halten den Verein am Leben.

Im Vorfeld wurden Themen vorgegeben, auf die wir uns vorbereiten konnten.

  • Sucht eine Volkskrankheit? (statistisches Material)
  • Gegenüberstellung: abstinentes Leben – süchtiges Verhalten
  • Die Kosten der Suchtkrankheiten – für die Gesellschaft und für den Einzelnen
  • Die Kette der Suchtkrankenhilfe
  • Co-Abhängigkeit und Co-abhängiges Verhalten
  • Sucht und Öffentlichkeitsarbeit
  • Suchtverlagerung – Formen und Auswüchse
  • Rückfall – Was tun, wenn er doch passiert ist?
  • „Traditionelle" Süchte und „neue" Suchtformen
  • Die Selbsthilfegruppe – das Nonplusultra der Zukunft in der Suchthilfe?
  • Gesprächsführung und Moderation in der Gruppe
  • Sucht und moderne Medien – hat das Zukunft?
  • Zufriedene Abstinenz – Was braucht es dazu?
  • Suchtkrank im Arbeitsleben – geht das zusammen?

Unser Vorsitzender Andreas Kunze moderierte die Veranstaltung. Interessant für alle ist, wie es in den einzelnen Gruppen läuft, wo es hingeht und dass wir uns vorrangig auf unsere Erfahrungen mit der Droge „Alkohol" beschränken sollten. Unser Verein ist bekannt in der Stadt und im Landkreis und Mitglieder nehmen an den verschiedensten überregionalen Seminaren zum Thema „Sucht" und an Präventionsveranstaltungen teil. Unsere Kernkompetenz ist die Alkoholsucht, da können wir mitreden.

Nun hatten die Gruppensprecher das Wort.

Senioren:
Ein Mitglied möchte mehr Abhängige in die Gruppe integrieren, obwohl dies den Rahmen sprengen würde. Doch die Gruppe teilen würde auch nicht funktionieren. Die Angehörigen von verstorbenen Gruppenmitgliedern kommen weiterhin, was auch gut ist. Es wird kein Hilfesuchender abgelehnt, trotzdem nicht gezielt „aufstocken".

Montag 2:
Es gibt keine Probleme. Der Gruppensprecher bedankt sich beim Vorstand für die geleistete Arbeit, wobei alle zustimmen. Der Verein ist eine gute Anlaufstelle und man weiß, wo man bei Anliegen und Problemen aller Art jederzeit hingehen kann.

Dienstag 1:
Gruppenarbeit läuft sehr gut. Eine aktive Gruppe, die auch außerhalb der Gruppenstunden für die Mitglieder und den Verein da ist. Besonders schön der freundschaftliche Kontakt zu einer Adorfer Selbsthilfegruppe.

Dienstag 2:
Vor einiger Zeit wäre die Gruppe durch bestimmte Personen fast zusammengebrochen. Aber in andere Gruppen aufzuteilen hätte nicht funktioniert. Die Mitglieder haben sich zusammengerauft und wollten unbedingt weitermachen und zusammen bleiben. Es ist eine kleine, gefestigte Gruppe und es kommen vermehrt Leute, die schon früher die Gruppe besucht haben. „Sorgenkinder" melden sich, was völlig okay ist. In diese Gruppe können gezielt Leute vermittelt werden.

Mittwoch:
Diese Gruppe ist eine kleine Runde und funktioniert gut. Zum Stamm gehören vier Personen. Zwei neue kamen kürzlich hinzu. Der Beginn der Gruppenstunde ist bereits 17.00 Uhr. Auch hier, wie in jeder anderen Gruppe auch, wird kein Hilfesuchender abgewiesen.

Donnerstag:

Einige Gruppenmitglieder halten sich nicht an den offiziellen Beginn und das Ende der Gruppenstunde. Der Gruppensprecher kennt viele Leute von früher und besitzt somit schon im Vorfeld das Vertrauen. Es ist ein starker Zuwachs zu verzeichnen, auch Frauen sind mittlerweile in der Gruppe. Aber es gibt auch „Laufkundschaft" die nur einmal erscheinen oder sporadisch vorbei kommen. Die Gruppe ist stabil.

Crinitzberg:
Die Gruppensprecherin unserer „jüngsten" Gruppe ist in vielen Situationen allein gelassen und überfordert. Die Selbsthilfegruppe befindet sich in einer Anlage für betreutes Wohnen. Sie bekommt ohne vorherige Absprache von den Leitern Alkohol-, Drogen-, und Spielsüchtige zugewiesen. In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich mit diesen Themen, um den Betroffenen trotzdem zu helfen. Als Schikane nennt sie, dass die Zwischentür zum Gruppenzimmer des öfteren verschlossen ist und sich die Objektbetreuer in diesem Raum mit ihrem Infomaterial breit machen. „Sucht"-Material wird achtlos zur Seite gelegt. Es ist eine schwierige Situation und der Vorstand kümmert sich darum.

Crimmitschau:
Reger Zuwachs in letzter Zeit, ca. 17 Personen. Gruppe läuft sehr gut. Schwierig ist nur, dass der Gruppensprecher in Schichten arbeitet und sich kein Stellvertreter findet. Keiner will Verantwortung oder Aufgaben übernehmen. Die Zusammenarbeit zwischen Beratungsstelle und SHG funktioniert gut.

Werdau:
Die Gruppe schrumpft zusammen, selbst Vereinsmitglieder sind seit einem Jahr nicht mehr gekommen. Telefonischer Kontakt besteht. Gezielt Öffentlichkeitsarbeit in Werdau bietet der Verein an. Bedarf für Suchtkranke ist auf jeden Fall da. Am Gebäude darf kein Hinweisschild auf die Selbsthilfe angebracht werden. Der Vermieter ist schwierig.

Fazit:
Im Großen und Ganzen machen wir unsere Arbeit wie gewohnt weiter. Wer Hilfe sucht, bekommt sie bei uns. Keiner wird weggeschickt. Gruppen teilen wird nicht funktionieren. Besser eine weitere Gruppe bilden, wenn genug „neue" Leute dafür da sind. Bei Problemen jeglicher Art hilft der Vorstand gern.

Diskussion:
Die Volleyballgruppe, von der SSHG unterstützt, verzeichnete einen Teilnehmerschwund. Es bildete sich eine Jugendgruppe, die mit der SSHG nichts mehr zu tun hatte. Zwischenzeitlich hat sich wieder eine Volleyballgruppe gebildet, wo der Spaß im Vordergrund steht. Jeder der Lust hat mitzumachen, kann sich beim Organisator melden.
Es wird darum gebeten, dass die Gruppensprecher aktuelle Daten (Adresse, Telefonnummer) ihrer Vereinsmitglieder überprüfen und der Mitgliederverwaltung melden.

Neues vom Verein:
Durch die Schaffung von drei BFD-Stellen bietet der Verein täglich Öffnungszeiten an. Die Räume sind jederzeit sauber und es gibt Gespräche mit Besuchern und Gästen. Außerdem gibt es Hilfe bei Behördenpost u. ä.

Am Sonnabend früh begann die Weiterbildung mit einer Powerpoint-Präsentation.

Interessantes von der "Alkoholfront"
Hierbei ging es um Statistik und aktuelle Zahlen.
Die Deutschen sind ein Volk von Süchtigen – zum Nachdenken
.Durch den Vormarsch vor allem der Droge „Crystal" rückt die unangefochtene Hauptdroge Alkohol in den Hintergrund.
Deutsche trinken mehr Alkohol als andere Nationen
Alkohol am Steuer – Traurige Rekorde
Seit diesem Jahr gibt es neue Richtlinien bei der MPU. Wie bereitet man sich auf die MPU vor? Vorstandsmitglieder haben einen Vortrag besucht und können Auskunft geben.

Zahlen und Fakten:
4 Mio. Deutsche sind gefährdet
3 Mio. Deutsche sind abhängig
5 bis 7 Mio. Deutsche sind Angehörige von Suchtkranken
Versorgung ist da, aber nicht ausreichend.Eine Behandlung kostet 1500 bis 18 000 Euro.

Ein 45jähriger EU-Suchtkranker kostet die Gesellschaft bis zu 250 000 Euro.

Wissenswertes
Übersicht über die zentralen Angebote der Suchthilfe
System der sächsischen Suchtkrankenhilfe
Kliniken – Suchtberatungsstellen – Selbsthilfe (niedrigschwelliges Angebot)

Anschließend wurde über persönliche Erfahrungen berichtet und diskutiert.
Wir sahen uns gemeinsam den Film „Der Teufel hat den Schnaps gemacht" aus der Krimireihe Polizeiruf 110 an. Obwohl in den 1970er Jahren entstanden, hatte er einen großen Wiedererkennungswert bei vielen von uns. Im Anschluss diskutierten wir über die Verhaltensweisen der Darsteller.

Am Sonntag trafen wir uns zum Abschlussgespräch. Jeder konnte noch einmal seinen Kommentar für die Veranstaltung abgeben oder über Probleme sprechen.
Es war eine gelungene Veranstaltung und der Dank gilt dem Vorstand für die hervorragende Organisation sowie der AOK PLUS für die Förderung unseres Seminars.

Bevor wir die Heimreise antraten, machten wir bei herrlichem Sonnenschein noch einen Abstecher zum Schloss Pillnitz.


14. Begegnungstreffen von MS-Patienten

Am 19. Juli 2014 fand das 14. Begegnungstreffen und Erfahrungsaustausch von MS-Patienten in der Pauluskirchgemeinde in Marienthal statt. Eingeladen hatten die SHG Multiple Sklerose Zwickau, die Mobile Behindertenhilfe der Stadtmission Zwickau e. V. sowie die KISS. Von unserem Verein erklärte sich ein Mitglied bereit, bei dieser Veranstaltung mitzuhelfen und einen Beitrag für die im Herbst erscheinende Selbsthilfezeitung zu schreiben.

Die jährlichen Begegnungstreffen sind zu einem Höhepunkt in der Gruppenarbeit der MS-SHG´n geworden. Trotz Hitze waren viele Betroffene gekommen, um gemeinsam einen schönen, informativen Tag zu verbringen.
Frau Bachmann begrüßte auch im Namen von Frau Ludwig die Anwesenden und versprach einen Tag mit Zeit für Informationen und Zeit für Gespräche.
Frau Dr. med. Sylke Domke, die eine MS-Schwerpunkt-Praxis in Chemnitz führt, begann die Veranstaltung mit einem Vortrag zum Thema „Aktiv am Leben teilnehmen – auch mit Multipler Sklerose".
Frau Dr. Domke ging auf kognitive Störungen bei MS ein. Kognitive Störungen bei Multipler Sklerose können das logische Denken, das Erinnern, die Konzentration, die Aufmerksamkeit und Wahrnehmung sowie das Planen negativ beeinflussen. Weniger betroffen sind Sprache und Intelligenz.
Mit regelmäßigem Training lassen sich diese Symptome jedoch verbessern. Wichtig ist auch die Herangehensweise der Patienten an die Krankheit und das soziale Umfeld.
Ursachen sind strukturelle/funktionelle Hirnveränderungen. Diese werden durch neurologische Diagnostik, spezielle Testverfahren und verschiedene MRT festgestellt.
Frau Dr. Domke verwies auf die Computerprogramme von COGNIFIT. Fazit: Eine frühzeitige und langfristige Therapie ist wichtig. Je früher MS behandelt wird, umso günstiger ist die Langzeitprognose.

Nach der Kaffeepause stellte Marcel Nötzel vom Aphasiker-Zentrum Südwestsachsen e. V. das Modellprojekt „Spielräume für Menschen mit und ohne Behinderung" vor. Hierbei geht es um Computerspiele, wobei Wahrnehmung, Reaktion, Merkfähigkeit u. ä. trainiert werden. Das „genesis"-Projekt schult u. a. behinderte Menschen in Einrichtungen, Selbsthilfegruppen, Schulen und Familien. Dabei werden die Betroffenen von so genannten „Spielebotschaftern" betreut. Die Erfahrung zeigt, dass alle viel Spaß mit dem Gedächtnistraining haben.

Die Krankenschwester und Qi-Gong-Lehrerin Kerstin Müller aus Zwickau machte die Besucher mit Qi-Gong vertraut. Dabei handelt es sich um eine traditionelle chinesische Medizin, wobei Körper und Geist durch die Atmung in Einklang gebracht werden. Frau Müller zeigte, wie die Energie im Körper fließen kann und viele folgten ihrem Beispiel. „Arbeiten mit der Lebensenergie" gibt Entspannung und ein gutes Körpergefühl. Das Meridianklopfen stellte sie ebenfalls vor. Einige probierten es aus. Zum Schluss zeigte Kosmetikerin Katrin Löffler aus Crimmitschau Tipps zur Hautpflege und Wohlbefinden bei MS.

In den Pausen gab es Informationsmaterial sowie persönliche Gespräche und Tipps zu MS an den Ständen der Novartis Pharma GmbH, der Pharma Bayer Vital GmbH sowie der Vitartis Medizin GmbH, die auch über den Pflegedienst Vital 24 in Zwickau informierte.
Bei herrlichem Wetter klang der Tag im Garten der Pauluskirchgemeinde aus. Viele fleißige Ehrenamtliche gaben sich Mühe, diesen Tag angenehm für die MS-Patienten zu gestalten. Es wurde noch gegrillt und die Betroffenen konnten sich in gemütlicher Runde zusammensetzen. Sie sparten nicht mit Dank für diesen für sie schönen, informativen Tag.

 

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