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Die (nicht mehr ganz so) harten Jungs - Donnerstagsgruppe

Als einzige "Männergruppe" im Verein hat man schnell einen gewissen Ruf weg. Nicht wenige nennen uns daher die Gruppe der "harten Jungs", obwohl sich so mancher darunter sicher etwas anderes vorstellt als das, was wir tatsächlich sind: Vorrangig unverheiratete oder geschiedene Männer zwischen 25 und 60, oft mit erwachsenen Kindern, die schon flügge geworden und dem Elternhaus entwachsen sind. Doch die Zeiten ändern sich - das trifft auch für unsere Donnerstagsgruppe zu (deshalb auch die Klammern in der Überschrift).

Eines unterscheidet unsere von den anderen Gruppen im Verein aber doch: Frauen haben es ziemlich schwer, sich bei uns einzuleben und durchzusetzen, und ganau aus diesem Grund blieben sie meist auch nicht lange unsere "Gäste", sondern wechselten nach kurzer "Eingewöhnungszeit" zu einer der anderen Gruppen im Hause. Das soll jetzt nicht heißen, dass weibliche Wesen bei uns nicht willkommen wären. Vielmehr ist es bei uns wie im richtigen Leben auch: Frauen reden nun mal nicht so wie Männer, und Männerthemen sind nicht unbedingt immer reine Frauensache. Da spielen Arbeitsstress und Fußball eben eine weitaus wichtigere Rolle als die neuesten Kochrezepte oder das aktuelle Nachmittags-TV-Programm. Und doch müssen wir das eben Gesagte korrigieren: Seit nun schon einiger Zeit gibt es bei uns auch einige Frauen, die sich in unserer Männerdomäne nicht nur Zutritt, sondern auch Gehör zu verschaffen wußten. Wir würden uns wünschen, dass sie "bei der Stange bleiben" und unseren Ruf auch weiterhin mit ihrer Anwesenheit "aufpolieren".

Eines ist klar: Bei uns geht es hart zur Sache, über Fragen des Alkoholkonsums und Missbrauchs wird offen und ohne Umschweife gesprochen. Die "Karriere" vieler unserer Gruppenmitglieder lässt anderes auch gar nicht zu: sie reicht von brutal gescheiterten Beziehungen, Ärger mit dem Arbeitgeber, das Leben im "Knast", über den Verlust des Führerscheins bis hin zu Firmenbankrotts und Obdachlosigkeit. Da kann man es sich nicht leisten, um den heißen Brei herumzureden. Keiner kann das - weder Männlein noch Weiblein.

Auch aus diesem Grund kümmern wir uns - gerade beim ersten Besuch eines "Neuen" - recht intensiv. Nicht jedem gefällt das natürlich, auch nicht, dass wir da ziemlich kompromisslos sind: Wir alle wissen, dass jeder neue "erste Schluck" auch der erste Schritt auf dem Weg zurück ist - dahin, wo man zuletzt aufgehört hat und mit Sicherheit nicht wieder hin will.

 

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