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Montag II.

Wir sind eine Gruppe, die seit ihrer Gründung großen Wert darauf legt, dass nicht nur die Betroffenen, sondern auch deren Partner an den Gesprächen der Gruppe teilnehmen. Diese Co-Abhängigen sind zu einer festen Größe innerhalb der Gruppe und des gesamten Vereins geworden.

Eine gesunde Mischung von älteren und jüngeren Menschen macht das Gruppenleben sehr interessant und abwechslungsreich. Es wird versucht, Problemfälle innerhalb der Gruppe gemeinsam zu lösen, wobei der Partner des Betroffenen selbstverständlich mit einbezogen wird.

Ins Leben gerufen wurde diese Gruppe ursprünglich als Informationsgruppe für Neueinsteiger, die mit grundlegenden Informationen über die Suchterkrankungen dann in andere Gruppen gehen konnten. Doch viele der Betroffenen fanden in dieser Gruppe ihren festen Platz und wollten dann nicht mehr wechseln.

Der Sinn der Gruppe änderte sich, denn nicht mehr nur der Alkohol-, Medikamenten- und Drogenmissbrauch war das Hauptthema in den Gesprächsrunden. Die längere Zeit abstinent lebenden Mitglieder wollten auch über andere Themen und Probleme sprechen wie z. B. Beziehung und Partnerschaft, über den Ärger mit der Arbeitsstelle oder HARTZ IV.

Bei den Diskussionen wird sehr viel Wert auf Akzeptanz und Toleranz jedes einzelnen Gruppenmitgliedes gelegt. Da stört auch eine kontroverse Meinung nicht – solange man darüber sprechen kann. Viele haben im Lauf der Zeit erkannt, dass nicht Alkohol an sich das Problem ist, sondern die Ursachen einer „Suchtkarriere" tiefgründiger in der Entwicklung eines jeden Einzelnen liegen.

In der Montag II - Gruppe herrscht ein gutes Vertrauensverhältnis, welches wesentlich zu diesem guten Gruppenklima beiträgt. Das wichtigste Anliegen in den Gruppengesprächen ist, dass alle in der Gruppe besprochenen Probleme in der Gruppe bleiben und nicht nach außen dringen.

Oftmals haben sich im Laufe der Zeit aus der Beziehung von Gruppenmitgliedern enge Freundschaften entwickelt. Die Gruppenmitglieder unternehmen sehr viel gemeinsam. Durch eigene Aktivitäten (u.a. Bowling, Wandern) wird auch das Freizeit- und Sportangebot des Vereins bereichert. Mitglieder der Montag II besuchen regelmäßig Seminare und Weiterbildungsveranstaltungen und stellen die Gruppe als Teil des Vereins wiederholt im Suchtklinikum Wiesen vor.

Gruppentreffen finden montags ab 19.00 Uhr statt und es ist fast unmöglich, immer das zeitliche Ende vorauszusagen. Aus dieser Selbsthilfegruppe ist eine echte Lebensschule geworden, die schon vielen Suchtkranken geholfen hat und auch in Zukunft helfen wird.

 

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